Das »rechte Problem« der GRÜNEN

Die GRÜNEN waren in ihrer Gründungsphase keinesfalls die »linke« Partei, wie sie sich heute darstellt. Im Gegenteil: Manche Kritiker zogen damals sogar Parallelen zu faschistischen Bewegungen und nationalsozialistischen Gewalttätern. Ein Mitbegründer war in der SA, in der NSDAP und soll sogar Pädophilen-Gruppen unterstützt haben.

»Grüne« Schläger und Parallelen zu faschistischen Bewegungen?

In der Aversion der Grünen gegen staatliche und wirtschaftliche Machtblöcke, im Streben nach dem Erhalt der Natur und überschaubarer Arbeits- und Lebensverhältnisse zogen manche Autoren in der Gründungszeit der Partei sogar Parallelen zu faschistischen Bewegungen und nationalsozialistischen Gewalttätern.[i]

Politiker von CDU und CSU verglichen »grüne« mit »braunen« Schlägern[ii] und die Europäische Arbeiterpartei schrieb in einer ihrer Publikationen von »ganz typischen Merkmale(n) einer faschistischen Massenbewegung«.[iii] Die Begründung: Die »tragende Rolle«, die die »organisierte radikale Rechte in allen Schattierungen (…) beim Aufbau der grünen Bewegung und ihrer Parteien (…) gespielt hat und immer noch spielt«.[iv]

Auch in der jüngeren Zeit gab es entsprechende Vergleiche, etwa die eines hessischen FDP-Bundestagskandidaten, der die Grünen mehrfach als »Ökofaschisten« bezeichnete.[v]

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Werner Broll aus Niedersachsen bezeichnete das Parteiprogramm der Grünen in einer Aktuellen Stunde im Bundestag (1986) sogar als »das brutalste und zynischste Programm, das jemals geschrieben wurde, – im Gegensatz zu den Grünen hätten die Nazis ihre Ziele vor der Machtergreifung wenigstens nicht laut verkündet. Die Geschichte zeige, dass die Menschen auch die brutalsten Ziele zu verwirklichen in der Lage seien«.[vi]

[i] So Siegfried Uhl: Die Pädagogik der Grünen, München/Basel 1990, S. 23

[ii] Vgl.: Harro Honolka: Schwarzrotgrün. Die Bundesrepublik auf der Suche nach ihrer Identität, München 1987, S. 47

[iii] Helga Zepp-LaRouche: Die historischen Wurzeln des grünen Faschismus, in: Bundesvorstand der Europäischen Arbeiterpartei 1982, S. 7

[iv] Die braune Substanz der grün-radikalen „Umweltschützer“, in: Bundesvorstand der Europäischen Arbeiterpartei 1982, S. 54,59, zit. nach Uhl, S. 23

[v] http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Politik/d/3415880/fdp-spitze-distanziert-sich-von-joerg-behlen.html (27. August 2013)

[vi] Tina Stadlmayer: „Was wäre, wenn die Grünen an die Macht kämen?“, in: Die Tageszeitung vom 5. Juni 1986 (Deutscher Bundestag, Pressedokumentation), Faksimile in: Friedrich-Naumann-Stiftung (Hrsg.): Grüne und Gewalt, Königswinter 1987, S. 63

Grünes Rezept, wie man eine Demokratie ruinieren kann

Rudolf Seiters, damals Parlamentarischer Geschäftsführer der Union, ergänzte, das Wahlprogramm der Grünen sei ein »Rezept«, »wie man auf schnellstem Wege eine freiheitliche Demokratie, einen Rechtsstaat, eine soziale Gesellschaft und ein reiches Land ruinieren kann«.[i]

Auch die CSU schlug auf die Grünen ein. Beispielsweise der Abgeordnete Sauter: »Wenn man heute Angst haben muss, dann vor den Grünen. Wenn eine Gefahr für Recht und Freiheit droht, dann von ihnen. Wenn es darum geht, dass totalitäre Gedanken wiederaufleben, die wir nach schmerzlichen Erfahrungen in diesem Jahrhundert überwunden glaubten, dann bei ihnen, den Grünen«.[ii]

Der CSU-Abgeordnete Alfred Auter ging noch einen Schritt weiter: »Mit wem stecken die Grünen unter einer Decke? Mit Terroristen, Busengrabschern und Kinderschändern«.[iii]

Der FDP-Abgeordnete Hirsch warf den Grünen vor: »Sie spielen mit der Sehnsucht der Menschen nach Gewaltlosigkeit, und Sie führen mit Ihren Forderungen zu einer chaotischen Gesellschaft, in der Gewalt das Recht ersetzt«.[iv]

[i] „Parteitag der Grünen Gegenstand einer Aktuellen Stunde im Bundestag“, in: Frankfurter Allgemeine vom 5. Juni 1986 (Deutscher Bundestag, Pressedokumentation), Faksimile in: Friedrich-Naumann-Stiftung (Hrsg.): Grüne und Gewalt, Königswinter 1987, S. 80

[ii] Ebd.

[iii] Stadlmayer, S. 79

[iv] „Parteitag der Grünen Gegenstand einer Aktuellen Stunde im Bundestag“, in: Frankfurter Allgemeine vom 5. Juni 1986 (Deutscher Bundestag, Pressedokumentation), Faksimile in: Friedrich-Naumann-Stiftung (Hrsg.): Grüne und Gewalt, Königswinter 1987, S. 80

Zivile Moralvorstellungen beseitigen und den Bürgerkrieg präparieren?

In dasselbe Horn blies auch Otto Graf Lambsdorff, zur damaligen Zeit wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion in einem Artikel in der Quick: »Unter dem Deckmantel der Sorge um die Umwelt will diese Partei den Rechtsstaat demolieren. Im nun schon ziemlich zerschlissenen grünen Gewand will sie zivilisierte Moralvorstellungen beseitigen. Unter dem Vorwand der Menschlichkeit präpariert sie den Bürgerkrieg, indem sie dem Staat alle Machtmittel gegen Chaoten wegnehmen will. Die Grünen sorgen sich um ihre maskierten Verbündeten, die sich dafür nicht erkenntlich zeigen werden (…)«[i]

Und weiter: »Sicherheit für den Bürger und staatliche Gewalt sind dieser Partei verhasst. Entwaffnung der Polizei, Abschaffung des Bundesgrenzschutzes, Auflösung der Strafanstalten – die Grünen wollen die Wehrlosigkeit gegenüber der Gewalt, gegenüber dem Rechtsbruch, gegenüber dem Verfassungsbruch. Sie reden von Gewaltlosigkeit; doch alle ihre Beschlüsse zielen in Wahrheit auf die Rechtlosigkeit des Bürgers.

Dieselben Leute, die um des Lebens willen gegen Kernenergie sind, sprechen sich mitleidlos für die Tötung ungeborenen Lebens bis in den neunten Monat der Schwangerschaft aus. Sie wollen die Bundesrepublik mit einem Netz von Abtreibungsbaracken überziehen, damit noch mehr getötet werden kann; völlig legal, versteht sich, und mit grünem Segen (…)«[ii]

Der ehemalige Düsseldorfer Stadtplaner Theo Romahn, der Anfang der 1980er Jahre die »Initiative Automobile Gesellschaft«[iii] ins Leben rief, schrieb damals hingegen, dass der in den letzten Jahren wichtigste Erfolg der Ostblockstaaten darin bestanden habe, »als Grüne getarnte Kommunisten (…) in die Parlamente« einziehen zu lassen.[iv]

Dazu der Erziehungswissenschaftler Siegfried Uhl: »All diese Deutungen, so übertrieben und verzerrt sie auch sein mögen, besitzen einen wahren Kern, denn politische Extremisten aller Lager haben in der Geschichte der grünen Partei eine gewisse Deutung erlangt«.[v]

[i]Otto Graf Lambsdorff: Der grüne Kurs ins Chaos, in: Quick vom 3. Juli 1986 (Deutscher Bundestag, Pressedokumentation), Faksimile in: Friedrich-Naumann-Stiftung (Hrsg.): Grüne und Gewalt, Königswinter 1987, S. 82f.

[ii] Ebd.

[iii] Vgl.: DER SPIEGEL 25/1981

[iv] Theo Romahn: Die Grünen: Der sichere Weg in die Katastrophe, Düsseldorf 1983, S. 38,70,76, zit. nach Uhl, S. 24

[v] Uhl, S. 24 (Hervorhebungen durch MGR)

Hintergrund: Die Grünen und ihr »rechtes« Problem

Mit der 3. Ordentlichen Bundesversammlung in Dortmund am 21./22. Juni 1980 wurde der Gründungsprozess der Grünen beendet. Zu einer massiven Kontroverse kam es noch einmal um die Frage, ob die Partei sich ausdrücklich als antifaschistische Partei definieren sollte. Die Linke unterstützte diesen Antrag, die Parteirechte wollte einer Abgrenzung zum Nationalsozialismus nicht zustimmen, ohne gleichzeitig den real existierenden Sozialismus der DDR zu verurteilen. Diese Kontroverse wurde schließlich durch den Antrag, dass alle totalitären Regime verurteilt werden, gelöst.[i] Doch damit war der Konflikt zwischen den Parteilinken und –rechten noch nicht gelöst.

Erst als der »wertkonservative« Teil der Grünen und andere als »faschistisch« oder »rechtsradikal« eingestuftes Personal ausgeschieden waren, machte sich in der Partei ein Linksruck bemerkbar.[ii] Die konservativ-autoritäre Vision einer »ökologischen Erziehungsdespotie« war damit gescheitert.[iii]

Das »rechte« Spektrum der Partei hatte bis dahin unter anderem der CDU-Dissident Herbert Gruhl[iv] vertreten, der austrat und im Oktober 1981 seine eigene Partei, die »Ökologisch Demokratische Partei« (ÖDP) gründete.[v]

Aber auch später hatten die Grünen noch ein »rechtes« Problem und das hieß Werner Vogel. Er hatte die Grünen mitbegründet, die ihn für die ersten Wahlen in Land und Bund aufgestellt hatten. Im Jahr 1983 legte er sein Mandat als designierter Alterspräsident des Bundestages nieder. Es war zuvor bekannt geworden, das er Mitglied der SA und später in der NSDAP gewesen war. Zudem hatte er auch eine Funktion im Reichsinnenministerium inne.[vi] Aber es kam noch schlimmer: Der Mitbegründer der Grünen unterstützte auch Pädophilen-Gruppen im Umfeld der Partei.[vii]

Mitte der 1980er-Jahre sickerten dann im Sauerland auch noch »Nationalrevolutionäre« in die grüne Partei ein.[viii] Ludger Vollmer erinnert sich: »Wir Linken forderten, sie sofort hinauswerfen. Die Landesführung jedoch wollte lieber den kritischen Dialog mit den Nazis. Antikommunistisch-ökologisch-erdverbunden-biodynamisch, wie diese sich gaben, seien Grüne doch auch (…) Wir wurden die Nazis trotzdem wieder los«.[ix] Wie, das beschreibt der Partei-Insider aber nicht.

Sie sehen daran, dass der »rechte« Einfluss auf die Partei nicht gerade gering war. Viele Grüne haben das vergessen oder viele Grüne-Wähler wissen davon überhaupt nichts. Jedenfalls die meisten Jüngeren, mit denen ich darüber gesprochen habe.

[i] Vgl.: Ludger Vollmer: Die Grünen, Gütersloh 2009, S. 105

[ii] Michael Opielka,/Hans-Peter Hellermann: Rechte Grüne? Zwischenbericht der Kommission ‚Rechtsextreme Unterwanderung der GRÜNEN und nahestehender Vereinigungen der GRÜNEN Baden-Württemberg, Stuttgart, 1982, S. 13 und Uhl, S. 24

[iii] Ludger Vollmer, S. 103

[iv] Gruhl hatte sich 1975 einen Namen durch sein Buch „Ein Planet wird geplündert“ gemacht, indem er die Vision einer autoritären ökologischen Überlebensdiktatur auf Basis hochgerüsteter Nationalstaaten ausmalte, die Gesundheit und Naturschutz nach innen und außen durchzusetzen hätten (vgl.: Vollmer, S. 59)

[v] Ebd.

[vi] So schildert das Vollmer auf S. 123

[vii] http://www.focus.de/politik/deutschland/dunkle-vergangenheit-ex-spitzenkandidat-der-gruenen-unterstuetzte-paedophile_aid_1068376.html

[viii] Vgl.: Ludger Vollmer, S. 155

[ix] Ebd.

5 KOMMENTARE

  1. „Manche Kritiker zogen damals sogar Parallelen zu faschistischen Bewegungen und nationalsozialistischen Gewalttätern.“
    Faschismus und NSDAP waren sehr wohl links. Ziemlich weit links sogar.

  2. Gute Zusammenstellung von dem wie sich die Grüne Pest entwickelte, was Grün ist, wie sich Grün zeigt und was die Grünen für die Gegenwart und Zukunft eines Volkes bedeuten.
    Fazit: der Grüne Abschaum muß aus den Parlamenten und darf niemals in die Regierungsverantwortung. Dieser politisch gefährliche Schwammpilz führt zum Sichtum, zum Verfall und letztendlich zum Untergang eines jeden Staates.

  3. Man sollte IDEOLOGIE von METHODEN der Durchsetzung unterscheiden. Linke übernehmen Methoden der Nazis, aber ihre Ideologie ist antifaschistisch. Hitler wandte Agit–Prop–Methoden der Bolschewisten an, hielt jedoch den Marxismus für Nonsens.

    Zu den ersten Amtshandlungen der Nationalsozialisten unmittelbar nach der Machtergreifung gehörte im März! 1933 die Schließung des »Instituts für Sozialforschung« (spätere »Frankfurter Schule«), wegen „staatsfeindlicher Bestrebungen“. Ihre Vertreter waren (orthodoxe) Marxisten. (Wikipedia). Kurz darauf erfolgte die Schließung des Bauhauses, das von den Nazis schon in Wahlkämpfen (richtig) als bolschewistisch beeinflusst angeprangert wurde.
    Nicht zu reden vom Parteiphilosoph Fr. Nietzsche, der den „Ameisenstaat“ Sozialismus heftig kritisierte und dessen Scheitern klar voraussagte.

    Man könnte noch weitere Punkte anführen, die den Nationalsozialismus als „völkische“, rechtsextreme Bewegung ausweisen. Die linksextremen Bolschewisten wurden nicht als „Gesinnungsgenossen“ gesehen. Beide waren jedoch Diktaturen.

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