Fake-News einer »Starjournalistin«?

Es geht um die Zahl »zwei Millionen Euro«: Gisela Friedrichsen, die bekannteste und preisgekrönte Gerichtsreporterin des Landes, macht offenbar mit »falschen Fakten« auf sich aufmerksam.

Es geht um zwei Millionen Euro

Was rechtfertigt diesen schweren Vorwurf? Hier die Hintergründe:

Friedrichsen berichtete für die »Welt« über den Fall des verurteilten Mörders Hussein K., der in Freiburg eine Joggerin grausam ermordet hatte. In diesem Verfahren behauptete der Flüchtling, minderjährig zu sein. Ein aufwendiges und teures Verfahren zur Altersfeststellung war deshalb nötig, um sein richtiges Alter festzustellen.

Friedrichsen schrieb zu den Kosten: »Zwei Millionen Euro sollen allein die Untersuchungen zur Feststellung von K.s ungefährem Alter gekostet haben.«

Zwei Millionen Euro?

Diese gigantische Summe, nur um herauszufinden, ob ein Flüchtling über sein Alter gelogen hat? Das verbreitete sich in Windeseile im Internet.

Doch die Zahl ist falsch. Auf Nachfrage der »Augsburger Allgemeinen« erklärte die Staatsanwaltschaft Freiburg, dass die Gesamtkosten für die Altersfeststellung bei etwa 6.000 Euro liegen würden. Woher kam dann also die gigantische Summe von zwei Millionen?

Friedrichsen beruft sich auf eine Unterhaltung mit dem zuständigen Oberstaatsanwalt, von dem die Information angeblich stamme. Der Beschuldigte will davon aber nichts wissen und erklärt, er habe nie mit Journalisten über die genannten Kosten gesprochen. Und weiter: Die Summe von zwei Millionen Euro sei »sicherlich falsch« und »völlig unrealistisch«.

Friedrichsen beharrt jedoch darauf: Möglicherweise habe der Oberstaatsanwalt mit den zwei Millionen Euro die Entwicklungskosten des aufwendigen Verfahrens zur Altersfeststellung gemeint. Doch auch das weist dieser entschieden zurück. Er habe sich darüber »zu keinem Zeitpunkt geäußert«, weil ihm diese gar nicht bekannt seien.

Fake-News von einer Starjournalistin?

Wer hat nun recht, wer sagt die Unwahrheit und wer ist für diese Fake-News verantwortlich? Hat Friedrichsen falsch berichtet?

Die »Welt« versucht das offenbar kleinzureden und verweist auf eine »Ungenauigkeit«. Zwischenzeitlich gibt es eine Richtigstellung zum Friedrichsen-Artikel. Dort ist jetzt zu lesen, dass »diese konkrete Summe nicht zu belegen« sei.

Na dann …


Quellen:
https://www.augsburger-allgemeine.de/kultur/Hussein-K-Prozess-Fake-News-von-einer-journalistischen-Instanz-id50798906.html
https://www.welt.de/vermischtes/plus174759672/Der-Fall-Hussein-K-Luegen-Ruecksicht-guter-Glaube.html

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