GEZ-Sender müssen zum Rapport!

Am 20. April 2018 müssen die GEZ-Sender weitere Vorschläge zur Einsparung vorlegen. Stattdessen reden deren Chefs aber von einem »Teuerungsausgleich«, sprich einer Beitragserhöhung.

Einsparungen von 1,2 Milliarden Euro reichen nicht

Am 20. April 2018 ist ein wichtiger Tag für ARD, ZDF und Deutschlandradio. An diesem Tag müssen sie neue Einsparvorschläge machen, so wie es die Rundfunkkommission der Länder von ihnen verlangt. Ihnen gehen die bisherigen Pläne der öffentlich-rechtlichen Sender nicht weit genug, die sie erst im September 2017 präsentiert hatten. Deshalb haben die Sender eine Fristverlängerung erhalten.

ARD, ZDF und Deutschlandradio hatten schon im vergangenen Herbst ausführliche Berichte an die Rundfunkkommission überreicht. Für die ARD ergeben sich daraus bis 2028 Einsparungen von geschätzten 951 Millionen Euro, das ZDF kündigte 270 Millionen Euro Einsparpotenzial an. Doch das reicht der Rundfunkkommission nicht.

Jammern auf hohem Niveau

Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm weist schon darauf hin, dass sein Sender bereits ein umfangreiches Sparprogramm für die kommenden Jahre auf den Weg gebracht habe: »Kurzfristig sparen können wir immer nur bei den beweglichen, ‚freien‘ Mitteln. Das heißt im Wesentlichen: beim Programm und hier in der Regel beim wertvollen Programm. Zusätzliche Einsparungen über die beschlossenen hinaus, würden deshalb zwangsläufig auf Kosten der Qualität gehen, wenn wir das Programm ausdünnen müssen – zu Lasten unseres Publikums.«

Und auch ZDF-Intendant Thomas Bellut erklärte bereits, dass er die Forderung nach neuen Sparbemühungen nicht für realistisch hält: »Wir können bis April keine seriös berechneten Projekte nennen«, dies sei »handwerklich nicht möglich«.

Doch die GEZ-Medienchefs jammern auf hohem Niveau. Immerhin erhalten ARD, ZDF und Deutschlandradio jährlich rund acht (!) Milliarden Euro aus dem Zwangsrundfunkbeitrag.

Wegen Wahlen: Angst vor einer Beitragserhöhung?

Der monatliche Beitrag von 17,50 Euro ist bis 2020 festgelegt und bis dahin muss auch über seine Höhe ab 2021 neu entschieden werden. Zuständig dafür: die Ministerpräsidenten der Bundesländer. Doch eine Erhöhung könnte viele Wählerstimmen kosten, schließlich stehen ja noch einige Wahlen an.

Folgen für jeden GEZ-Zwangszahler

Ein rauer Wind weht den GEZ-Medien auch von der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) entgegen. Diese hatte im Februar 2018 einen Überschuss der öffentlichen-rechtlichen Sender in der laufenden Beitragsperiode von über eine halbe Milliarde Euro prognostiziert.

Doch auch davon will der ARD-Vorsitzende Wilhelm nichts wissen. Er betont immer wieder, dass die öffentlich-rechtlichen Anstalten ab 2021 mehr Geld benötigten, und fordert bereits einen »Teuerungsausgleich«, sprich: eine Beitragserhöhung.

Eines ist sicher: Egal wie die Entscheidungen ausfallen, sie werden Folgen für jeden GEZ-Zwangsbeitragszahler haben.


Quelle:
https://www.swp.de/unterhaltung/tv/die-frist-laeuft_-neuer-spardruck-fuer-ard-und-zdf-25335348.html

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