Kognitions-Wissenschaftlerin: Gewalt gegen Sündenböcke ist seit 1945 tabuisiert

Elisabeth Wehling

Flüchtlinge – Asyltourismus – Islamisierung: Die Kognitions-Wissenschaftlerin Elisabeth Wehling von der University of California hat Angst vor der Verrohung der Sprache und vor der Mitwirkung von Journalisten, dass Unmenschlichkeit wieder zur Norm werden könnte.

»Typisch Deutscher« versus »dunkelhäutiger Muslim«

Elisabeth Wehling ist Kognitionsforscherin an der University of California in Berkley. Schon oft gab sie in deutschen Medien Interviews, in denen sie ihre Sicht der Dinge beschreibt. Sie entsprechen – wen wundert’s – der gängigen Mainstreammeinung. Doch diese sieht sie nun in Gefahr. Hier Auszüge aus einem aktuellen Interview im journalist:

»Die Debatte um den Islam ist sprachlich durch Abgrenzung geprägt. Im aktuellen Diskurs wird der Fokus auf konstruierte Prototypen gelegt. Da ist der angeblich typisch Deutsche mit bestimmter Kultur und unterscheidbarem Aussehen. Davon strikt unterschieden wird die Außenseitergruppe: dunkelhäutig, Muslim, Flüchtling. Dieses ständige implizite Absprechen des Dazugehörens spaltet.«

Für Wehling werden diese Außenseiter in den Medien zunehmend über Sprache und Bilder diskriminiert. Doch: »Sprache und Bilder selektieren Informationen vor und bestimmen maßgeblich, wie wir denken und unterscheiden.« Dies wird »Framing« genannt.

Wehling weiter: »(…) Es besteht keine Notwendigkeit, jedes Framing mit autoritär-konservativer oder rechtsnationaler Gesinnung journalistisch aufzugreifen.«

Gewalt gegen Sündenböcke ist seit 1945 tabuisiert

Über Begriffe wie »Asyltourismus« sagt Wehling: »Dieser beiläufig eingestreute Begriff wird so lange im Internet oder im Radio wiederholt und gelernt, bis er sich verselbstständigt«. Nämlich: Flüchtlinge seien eigentlich Urlauber, die sich auf unsere Kosten ein schönes Leben machen wollten.

Davor hat die Kognitions-Wissenschaftlerin Angst:

»Für die liberale Gesellschaft ist es überlebensnotwendig, dass Journalisten es als Teil ihres Auftrages begreifen, solche Gedankenschöpfungen kritisch zu durchleuchten. Es hat Folgen, wenn wir die Sprache derart verrohen lassen, dass Menschen damit pauschal als Abzocker hingestellt werden.«

Mehr noch: Hass und Gewalt gegen erklärte Sündenböcke sind seit 1945 tabuisiert. Journalisten dürften nicht daran mitwirken, dieses Tabu zu brechen, so Wehling. Journalisten und Redaktionen dürften nicht daran mitwirken, wenn Unmenschlichkeit zur Norm werden soll.


Quelle:
Journalist 08/2018, S. 18ff.

1 KOMMENTAR

  1. Es gab mal eine Wissenschaftswelt, die diese Bezeichnung noch verdient hat. Da wurde wirklich geforscht, gearbeitet. Da war das Streben nach Erkenntnis das Wichtigste. Hätte sich die Dame damals vor einem wissenschaftlichen Publikum als Kognitiv-Wissenschaftlerin vorgestellt hätte das zu Massen-lLachkrämpfen geführt. Ein SCHEIßDRECK ist „tabuisiert“, es ist eine wackelige Zivilisationsleistung – in ALLEN Ländern – das man „Sündenböcke“ nicht angreift. Hass ist Hass und Gewalt ist Gewalt. Hass ist ein Gefühl und in einem funktionierenden Rechtsstaat werden Gefühle nicht justiziabel – TATEN schon. Das sollte die Frau „Wissenschaftlerin“ eigentlich wissen. Und die Frage wer oder was ein Sündenbock ist wäre auch noch zu klären. So und jetzt hätte ich gerne meinen Nobelpreis. Der steht mir nämlich zu wenn sich so eine NULLPE als „Wissenschaftlerin“ bezeichnen darf.

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