Ramadan und Randale

In manchen Flüchtlingsheimen ist die Situation während des Ramadan sehr angespannt. Flüchtlinge wollen Essen in Zimmern horten, um es nachts zu verzehren, was aber aus hygienischen Gründen verboten ist. Randale ist vorprogrammiert.

Was bedeutet »Ramadan«?

Noch bis zum 14. Juni ist Ramadan. Im Fastenmonat dürfen gläubige Muslime zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang keine irdischen Substanzen, Speisen sowie Getränke zu sich nehmen. Auch auf Rauchen und Geschlechtsverkehr ist in dieser Zeit zu verzichten. In der Nacht wird das Fasten dann unterbrochen und es darf gegessen werden.

Ausnahmen vom Fasten: Schwangere, Stillende, Kranke sowie Kinder (= Menschen vor der Pubertät), ebenso Frauen während der Menstruation oder während dem Wochenbett. Es gibt aber auch ethisch-moralische Komponenten, die ein Muslim im Ramadan zu beachten hat: Zu vermeiden sind üble Nachrede, Verleumdung, Lügen und Beleidigungen.

Essen horten verboten

In der Erstaufnahme-Einrichtung (EAE) in der Hamburger Straße in Dresden scheint das allerdings nicht zu fruchten. Gläubige muslimische Flüchtlinge essen während des Tages nichts. Stattdessen wollen sie Lebensmittel aus dem Speisesaal mitnehmen und diese in ihren Zimmern horten, damit sie nachts essen können. Doch dies ist aus hygienischen Gründen verboten, weswegen es immer wieder zur Randale kommt.

Die zuständige Asylbehörde – die Landesdirektion Sachsen – kam den Flüchtlingen sogar soweit entgegen, dass sie extra nächtliche Essenszeiten in den Speisesälen einrichtete, um ein Essen nach Sonnenuntergang zu ermöglichen. Doch auch das wird von einigen Flüchtlingen nicht akzeptiert.

In anderen Flüchtlingsheimen wurde schon in der Vergangenheit eine vierte Mahlzeit eingeführt. Doch diese sollte möglichst auf die Minute genau wenn die Sonne untergegangen ist erfolgen. Verzögert sich die Essensausgabe aus irgendeinem Grund, kann es manchmal brenzlig werden. Denn die helle Tageszeit ist in Deutschland etwas länger als im arabischen Raum. So müssen die Flüchtlinge länger auf Essen und Trinken verzichten und das kann – gerade während des Ramadan – zu Konflikten führen.


Quellen:
http://ramadan.de/wann-ist-ramadan/
https://www.bild.de/regional/dresden/dresden/mit-dem-ramadan-kommt-die-randale-55824672.bild.html
http://www.faz.net/aktuell/politik/ramadan-im-fluechtlingsheim-14280090.html

1 KOMMENTAR

  1. Logisch, denn wer Hunger hat, hat schlechte Laune, ist nicht belastbar, körperlich wie seelisch, trägt also erst recht nicht zum Frieden bei! Die Erfahrung hat jeder von uns schon gemacht!

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