Steigt der GEZ-Zwangsbeitrag um rund 30 Euro?

Der Intendant des Deutschlandradios redet sich um Gebührenerhöhungen herum, aber er fordert eine »Anpassung an die Kostensteigerung« und das könnten rund 30 Euro sein …

»Anpassung an die Kostensteigerungen …«

Der Evangelische Pressedienst führte kürzlich ein Interview mit Stefan Raue, der seit 1. September 2017 Intendant des Deutschlandradios ist. Dabei wurden verschiedene Themenkomplexe angesprochen. Hier Auszüge (Hervorhebungen durch mich):

»Frage: Glauben Sie, dass der Rundfunkbeitrag im Jahr 2021 tatsächlich erhöht wird, wie Sie gefordert haben?

Raue: Ich wünsche mir, dass wir in der nächsten Finanzierungsperiode zumindest eine Anpassung an die Kostensteigerungen haben. Wir haben es mit jährlichen Kostensteigerungen von zwei bis drei Prozent zu tun, bei den Sachkosten und den Personalkosten. Der Rundfunkbeitrag ist seit zehn Jahren eingefroren, er wurde sogar einmal abgesenkt, da stößt man irgendwann an die Grenzen. Wir merken das auch bei Deutschlandradio: Das beschränkt uns in einer Weise, auch was die Zukunft angeht, dass ich auf die weise Erkenntnis hoffe, dass eine Anpassung an die allgemeine Kostensteigerung möglich sein wird.«

Mein Kommentar: Sie sehen, der Intendant des DR benutzt das Wort »Gebührenerhöhung« nicht. Er scheut es offenbar wie der Teufel das Weihwasser.

Stattdessen umschreibt er dies mit »Anpassung an die Kostensteigerungen«. Dadurch sagt er uns aber auch indirekt, in welcher Höhe er sich das vorstellt. Hier die Rechnung:

  • Raue beziffert die Kostensteigerungen von zwei bis drei Prozent pro Jahr.
  • Das gilt also für die Jahre 2018, 2019, 2020 und 2021. Bis zur nächsten Finanzierungsperiode sind das also noch vier Jahre.
  • Vier Jahre a zwei bis drei Prozent entsprechen also kumuliert 12 bis 16 Prozent.
  • In Euro (von 17,50 Euro monatlicher Zwangsgebühr ausgehend): 2,10 bis 2,80 Euro höherer Beitrag im Monat.
  • Das entspricht also zwischen 25 und 28 Euro MEHR pro Jahr!

Viele seiner Intendanten-Kollegen und die Helfershelfer aus der Politik dürften dem wohl zustimmen.

Quellen:
http://www.epd.de/fachdienst/fachdienst-medien/schwerpunktartikel/eine-ernste-debatte
epd medien Nr. 8 vom 23. Februar 2018