Ulrich Wickert: »Wir haben den besten Journalismus, den es auf der Welt gibt«

Der frühere Tagesthemen-Frontmann ist ein unerschütterlicher Verfechter der GEZ-Medien. Für ihn ist unser Journalismus der beste der Welt und der Vorwurf »Lügenpresse« hätte sich »totgelaufen«.

»Den besten Journalismus, den es auf der Welt gibt«

Der frühere Tagesthemen-Frontmann Ulrich Wickert gab kürzlich der Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA) ein Interview, dessen Auszüge ich Ihnen nicht vorenthalten möchte.

Für Wickert gibt es keine »Lügenpresse« mehr und in Deutschland hätten wir den besten Journalismus (Hervorhebungen durch mich):

»HNA: Nun gibt es seither den Erfolg populistischer Bewegungen. Stichwort ‚Lügenpresse‘: Wie kann der Journalismus dieser Herausforderung begegnen?

Wickert: Indem er qualitätvoll bleibt. Der Vorwurf ‚Lügenpresse‘ hat sich ja totgelaufen. Selbst Herrn Trumps ständige Rufe ‚fake news‘ ziehen nicht mehr. Das ist das Typische, wenn etwas überdreht wird. Wichtig ist, dass Journalisten Qualität abliefern, aber dass sie auch auf Kritik eingehen und den Lesern mehr als bisher erklären, wie gearbeitet wird. Wir haben das große Problem der Konkurrenz im Digitalen – Twitter, Facebook und so weiter, aber das ist ja weitgehend kein Journalismus. Da kann jeder was reinschreiben, vernünftige Sachen, aber auch die größten Idiotien. Es ist wichtig, dass Journalisten auch auf gefälschte Nachrichten eingehen, es gibt ja inzwischen auch Faktenfinder dafür.

HNA: Es heißt immer, man soll als Journalist nicht über jedes Stöckchen springen, das einem Provokateure hinhalten, aber man darf doch auch nicht jede Provokation ignorieren.

Wickert: Völlig richtig, das muss man abwägen. Da gibt es natürlich auch mal Fehler. Es wäre ja ein Wunder, wenn es im Journalismus keine Fehler gäbe. Aber die gab es immer.

HNA: Die Medien in den USA sind viel gespaltener als das in Deutschland der Fall ist, da sind die Sender ideologisch absolut sortiert. Wie lässt sich verhindern, dass hierzulande im Journalismus amerikanische Verhältnisse einziehen?

Wickert: Wir haben in Deutschland mit den besten Journalismus, den es auf der Welt gibt. Diese Aussage mag manchen erstaunen, aber das ist wirklich so. Wir haben durch die öffentlich-rechtlichen Systeme eine Informationsdichte von einer unglaublichen Qualität. Es gibt keine andere Sendung in der Welt, die so häufig und von so vielen gesehen wird wie die ‚Tagesschau‘ um 20 Uhr. Im Schnitt von 10 Millionen. Selbst in Amerika hat keine Nachrichtensendung so viele Zuschauer. Das hat natürlich auch mit der Qualität zu tun. Dann haben wir in Deutschland nicht nur sehr gute überregionale Zeitungen, wir haben auch hervorragende Regional- und Lokalzeitungen in einer Dichte, wie es sie nirgendwo auf der Welt gibt.«

Vita Ulrich Wickert:

Ulrich Wickert (75, als Sohn des Diplomaten und Autors Erwin Wickert in Tokio geboren) ist Jurist. Er arbeitete für das Magazin ‚Monitor‘, war Leiter der ARD-Studios Washington und Paris und moderierte 15 Jahre die Tagesthemen. Der Bestsellerautor („Der Ehrliche ist der Dumme“) ist in dritter Ehe mit Julia Jäkel, Chief Executive Officer bei Gruner & Jahr, verheiratet.

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Quelle:
https://www.hna.de/kultur/interview-mit-ulrich-wickert-von-tagesthemen-habe-nie-gearbeitet-9955851.html

9 KOMMENTARE

  1. Ob wir den „besten Journalismus“ der Welt haben bezweifle ich. Wir haben aber fraglos die senilsten Alt-Journalisten der Welt

  2. Damit der „beste Journalismus der Welt“ weiterwerkeln kann, musste man eine Kopfsteuer erheben. Unglaublich, wenn sich Leute entpuppen, die man eigentlich für ganz normal hielt.

  3. Die Meisten? Sie meinen das Volk? Sie meinen 12%? Ich rechne seit längerem aber ich kann einfach nicht nachvollziehen wie man von 12% auf „die Meisten“ kommt. Es wäre nett wenn ich einen kleinen Hinweis erhalten könnte, was ja kein Problem sein dürfte. Vllt verstehe ich diese Mathematik jedoch einfach nicht:(. Was jedoch für die überdurchschnittlich intelligenten Mitglieder der Afd kein Problem darstellen sollte.
    Grüße

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