»Vergewaltigungs-Deals« aus Rache

Hierzulande unvorstellbar, im sunnitischen Pakistan aber an der Tagesordnung: »Rache-Vergewaltigungen«, wenn eine Frau aus der Familie missbraucht wurde.

Unglaublich, aber wahr: »Vergewaltigungs-Deals«

Die Mehrheit der Muslime in Pakistan sind Sunniten. Doch der sunnitische Islam ist keine Einheit, sondern teilt sich in mehrere Denkschulen auf. Die meisten Anhänger haben die Barelwīs. Sie vertreten einen durch den Sufismus (islamische Mystik) geprägten Islam, sind strenge Anhänger der hanafitischen Rechtsschule und dominieren vor allem in den ländlichen Teilen der Provinzen Sindh und Punjab.

In der Stadt Toba Tek in der Provinz Punjab ereignete sich unlängst ein Vorfall, der hierzulande nur Bestürzung und Kopfschütteln auslösen kann:

Ein Mann wurde beim Sex mit einem 16-jährigen Mädchen überrascht. Die gesamte Nachbarschaft wollte den Täter daraufhin lynchen. Dessen Familie machte jedoch ein anderes Angebot: Sie gab der Familie des Mädchens die Möglichkeit, eine Frau aus ihrer Familie zu vergewaltigen. Die »Opfer«-Familie suchte daraufhin eine 40-jährige Frau aus, die dann vom Bruder des 16-jährigen Mädchens vergewaltigt wurde. Danach legten die beiden Familien schriftlich fest, dass der Streit mit der »Rache-Vergewaltigung« beigelegt sei.

Nicht so aber für die Behörden. Die Polizei verhaftete die zehn Männer, weil sie die Vergewaltigung einer Frau angeordnet haben sollen.

Hintergrund:

Vergewaltigungen aus Rache sind im patriarchalisch geprägten Pakistan keine Seltenheit. Sehr häufig werden damit Streitigkeiten zwischen Männern beigelegt. Dies dient auch dazu, einen teuren und langwierigen Rechtsstreit zu umgehen.


Quelle:
http://www.oe24.at/welt/Rache-Vergewaltigung-10-Maenner-verhaftet/327744726?utm_source=outbrain&utm_campaign=amplify

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